Patientenorientierte Arzneimittelversorgung
Medikationsfehler: Patientenbezogene und ökonomische Folgen
Vermeidbare und vorhersehbare Arzneimittelfehler und die daraus resultierenden ungeplanten Arzneimittelwirkungen (UAW) beeinträchtigen die medizinische Qualität, das Patienten Outcome sowie die Wirtschaftlichkeit. In Krankenhäusern sind 35 % aller Fehlerereignisse auf Arzneimittelirrtümer zurückzuführen und die Zahl vermeidbarer Todesfälle wird auf 3.000 (von Eiff 2009) bis 30.000 (Schnurrer/Fröhlich 2008) pro Jahr geschätzt: Eine CKM-Studie zur Arzneimittelsicherheit (siehe von Eiff <2009>) geht von 0,015 bis 0,019 % aller Krankenhausaufnahmen aus. Das amerikanische Institut für Qualitätsmanagement stellt eine Quote von 0,08 % aller Aufnahmen in den USA fest. In Österreich schätzt man 300 und in den Niederlanden mindestens 200 Todesfälle als Folge von UAW.
Etwa 14 % der durchschnittlichen Verweildauer in deutschen Krankenhäusern ist durch UAW begründet und zwischen 10 und 15 5 der Krankenhauseinweisung von älteren Menschen (> 70 Jahre) sind durch Arzneimittelfehler verursacht. Bei 15 % aller stationären Patienten ist die Liegezeit infolge UAW um durchschnittlich 8,5 Tage höher als nötig.
Unabhängig von gesundheitlichen Beeinträchtigungen und spürbaren Einschränkungen des Wohlbefindens bewirkt jeder nicht-fatale Medikationsirrtum im Durchschnitt ca. 3.000 € vermeidbare Kosten in Form von Liegezeitverlängerungen, Gegenmedikationen, zusätzlichen Betreuungsaufwand und entgangenen Deckungsbeiträgen wegen blockierter Bettenkapazität.
Analysen und Organisationskonzepte zur Vermeidung von Medikationsfehlern sind in folgender Neuerscheinung zusammengestellt:
Wilfried von Eiff (Hrsg.); Patientenorientierte Arzneimittelversorgung; Thieme Verlag Stuttgart, 2011

