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Sportökonomik


Sport ist für sich genommen eine bedeutende Branche, zugleich aber auch angesichts vieler verfügbarer Daten ein ergiebiges Untersuchungsfeld für weiterreichende Analysen. Die Sportökonomik wendet dementsprechend wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden auf den Sport an, um sowohl über den Sport als auch die Wirtschaft und die Wirtschaftswissenschaften allgemein etwas zu lernen.

Einzelprojekte:


Karrierepfade im Profisport


Mit Daten der nordamerikanischen National Basketball Association (NBA) lassen sich drei unterschiedliche Theorieansätze zu den Karrieredauern und Teamwechseln der Spieler als Beschäftigten der Vereine untersuchen. Empirisch lässt sich ermitteln, dass Spieler nicht freiwillig aus der Liga ausscheiden, sondern vor allem wegen schlechter Leistungen entlassen werden. Die Abgangsrate verläuft U-förmig hinsichtlich der Karrieredauer, was für Matching-Probleme in den ersten Ligajahren und eine Form der Abschreibung nach langer Karriere spricht. Hinsichtlich des Wechsels zwischen Teams scheinen sowohl Matching-Gründe als auch tauschtheoretische Überlegungen relevant.

A. Dilger/J. Prinz: „Hazard-Raten in der NBA“, Sportwissenschaft (German Journal of Sports Science) 34, 2004, S. 327-340.

A. Dilger: „Never Change a Winning Team: An Analysis of Hazard Rates in the NBA“, Wirtschaftswissenschaftliches Diskussionspapier 3/02 der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 2002.

Folgen übermäßigen Wettbewerbs am Beispiel Doping

Doping wird in der Öffentlichkeit häufig als individuelles Fehlverhalten vereinzelter Sportler dargestellt. Dagegen ist theoretisch leicht zu zeigen, dass es systematische Dopinganreize gibt, die insbesondere mit der Wettbewerbsintensität in einer Disziplin zunehmen. Dies lässt sich empirisch bestätigen mit Daten zu zahlreichen Leichtathletikdisziplinen. Eine Übertragung auf andere Bereiche wie Wirtschaftsprüfung oder wissenschaftliche Veröffentlichungen liegt nahe.

A. Dilger/F. Tolsdorf: „Karriereverläufe und Doping von 100 m-Läufern“, in: H. Kossbiel/T. Spengler (Hg.): „Modellgestützte Personalentscheidungen 8“, Rainer Hampp, München und Mering 2005, S. 103-117.

A. Dilger/F. Tolsdorf: „Doping als Wettkampfphänomen“, in: H.-D. Horch/J. Heydel/A. Sierau (Hg.): „Events im Sport: Marketing, Management, Finanzierung – Beiträge des 3. Deutschen Sportökonomie-Kongresses“, Institut für Sportökonomie und Sportmanagement, Köln 2004, S. 153-162.

A. Dilger/F. Tolsdorf: „Wettbewerbsintensität und Doping: Eine theoretische und empirische Untersuchung“, Wittener Diskussionspapier 131, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Universität Witten/Herdecke, 2004.

Ablösesummen in umfassender Perspektive


Zahlreiche Modelle zeigen, dass Ablösesummen im Sport zu Lasten der betroffenen Spieler, deren Gehalt sonst entsprechend höher sein könnte, und zu Gunsten der dieses Gehalt sparenden Vereine wirken. Entsprechend wird behauptet, dass durch das Bosman-Urteil und neuere EU-Regelungen jeweils die Spieler gewonnen und die Vereine verloren hätten mit unschönen Nebenfolgen wie z. B. zurückgehender Ausbildung des sportlichen Nachwuchses. Bei all diesen Modellen handelt es sich jedoch um Partialmodelle, bei denen in der Regel nur ein abzulösender Spieler und die zwei am Transfer beteiligten Vereine betrachtet werden. Werden hingegen alle Spieler und Vereine in eine umfassende Analyse integriert, so zeigt sich, dass die Summe aller gezahlten Ablösesummen genau gleich der Summe aller empfangenen Ablösesummen ist und damit nicht die behaupteten großen Effekte auf die Löhne und sonstigen Posten der Vereinsbilanz haben kann. Durch verschiedene Regelungen zu Ablösesummen ergeben sich jedoch Umverteilungseffekte zwischen einerseits Spielern untereinander und andererseits zwischen Vereinen, die wieder weitere Folgen nach sich ziehen. So ist ein Rückgang von Ausbildungsinvestitionen dadurch zu erwarten, aber auch zu begrüßen.

A. Dilger: „Macro-Analysis of Transfer Fees and Investments in Sports“, IÖB- Diskussionspapier 2/05, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 2005.

A. Dilger: „Makroanalyse von Transferzahlungen und Investitionen im Sport“, in: K. Zieschang/H. Woratschek/K. Beier (Hg.): „Kooperenz im Sportmanagement“, Sportökonomie 6, Karl Hofmann, Schorndorf 2004, S. 153- 162.

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