Forschungsschwerpunkt Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik
Prof. Dr. Ulrich van Suntum
Dr. Winfried Michels
Dipl.-Volkswirt Klaus Hendrik Mester
Das ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim, wurde im Oktober 2005 vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung beauftragt, zwei Modelle zur Einbeziehung des selbst genutzten Wohneigentums in die private Altersvorsorge zu entwickeln und im Hinblick auf ihre Effizienz zu bewerten. Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen hat als Unterauftragnehmer die Aufgabe übernommen, die Auswirkungen der neu konzipierten Fördermodelle auf die Wohnungsmärkte zu analysieren. Dazu werden im ersten Arbeitsschritt die bereits vorliegenden Untersuchungen über die Wirkungen der bisherigen Wohneigentumsförderung (Eigenheimzulage) ausgewertet.
Die Untersuchungen kommen teilweise zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen, was die allokativen und distributiven Wirkungen der bisherigen Wohneigentumsförderung betrifft: Während auf der einen Seite Mitnahmeeffekte, damit ökonomische Ineffizienz und mangelnde soziale Treffsicherheit diagnostiziert werden, werden der Wohneigentumsförderung auf der anderen Seite ein positiver Einfluss auf die Wohneigentumsquote und eine starke Zielgruppenorientierung zugestanden. Die vorliegenden Ergebnisse zur Wirkung der Eigenheimzulagen-Förderung sind damit nicht eindeutig. Im zweiten Arbeitsschritt wird geprüft, inwieweit die Erfahrungen mit der Eigenheimzulagen-Förderung auf die neue Förderung – bei Annahme unterschiedlicher Förderintensitäten - übertragen werden können. Es wird erörtert, ob eine Steigerung der Wohneigentumsquote zu wahrscheinlich ist, welche Preis- und Mengeneffekte auf den Teilmärkten zu erwarten sind und welche räumlichen Auswirkungen (regionale Inanspruchnahme, Wertentwicklung der Immobilien, Suburbanisierung etc.) sich vermutlich einstellen werden. Schließlich werden flankierende Maßnahmen diskutiert, die die Akzeptanz der neuen Förderung sowie ihre Effektivität (z. B. Baulandbereitstellung) erhöhen.
Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland wird wegen der demographischen Belastungen in Zukunft die Altersvorsorge nicht mehr allein sichern können. Diesem Umstand wurde durch Einführung einer steuerlich geförderten freiwilligen privaten und kapitalgedeckten Zusatzrente Rechnung getragen. Wohnimmobilien sind dabei nicht im Förderkatalog enthalten, obwohl sie in Deutschland seit jeher einen besonderen Stellenwert im Vermögensportfolio privater Haushalte haben. Aber auch abseits der staatlichen Förderprioritäten stellt sich die Frage, inwiefern Investitionen in Wohnimmobilien zur Altersvorsorge künftig noch sinnvoll sind. Insbesondere der künftig zu erwartende Bevölkerungsrückgang und der damit verbundene Alterungsprozess der Bevölkerung wirft die Frage der künftigen Wert- und Renditeentwicklung von Wohnimmobilien im Vergleich zu anderen Anlageformen auf.
In der vorliegenden Arbeit wird der Frage einer Vorteilhaftigkeit von langfristigen privaten Investitionen in Wohnimmobilien nachgegangen. Eine wichtige Determinante einer Entscheidung ist die mit Wohnimmobilien erzielbare Rendite, die sich aus den laufenden Erträgen bzw. dem selbstgenutzten Wohnwert einerseits, der Wertentwicklung des Objektes andererseits zusammensetzt. Empirische Untersuchungen hierzu liegen bisher nur für vereinzelte Zeiträume vor und beziehen sich jeweils auf bestimmte Typen von Anlegern und Wohnimmobilien. Der Verfasser entwickelt ein Modell, mit dem sich auf vergleichsweise einfache Weise die Rendite von Wohnimmobilien sowohl für die Vergangenheit berechnen als auch für die Zukunft prognostizieren lässt. Die Berechnungen beziehen sich auf die Durchschnittsrendite für sämtliche Wohnimmobilien in Deutschland einschließlich des selbstgenutzten Wohneigentums. Besonders interessant ist, dass die Wertsteigerung von Wohnimmobilien anders als in anderen Prognoseansätzen hier nicht exogen vorgegeben, sondern modellendogen ermittelt wird. Dies verleiht dem Modell eine breite Anwendbarkeit, auch für regionale Prognosen. Die insgesamt eher negativen Schlussfolgerungen für die künftige Renditeentwicklung von Wohnimmobilien sind schlüssig, müssen aber vor dem Hintergrund einer künftig stark differenzierten regionalen Entwicklung gesehen werden.
Veröffentlichung
Kompetenzverteilung in der Wohnungspolitik – Eine ökonomische Analyse
Dr. Jörg Rottmann
Die föderale Struktur der Bundesrepublik Deutschland ist in die Kritik geraten. In vielen Bereichen der Politik besteht durch gemeinsame Kompetenzen von Bund und Ländern ein Zuständigkeitsgewirr, das selbst Experten kaum durchschauen. Politikverflechtung und Mischfinanzierung lassen sich auch in der Wohnungspolitik feststellen. Meist sind mehrere staatliche Ebenen an einer Entscheidung und ihrer Finanzierung beteiligt. Gegenseitige Zuschiebung von Verantwortlichkeiten, intransparente Entscheidungsprozesse und ein unwirtschaftliches öffentliches Ausgabengebaren sind die Folge. Eine Kompetenzentflechtung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden scheint daher dringend geboten, auch deshalb, weil sich das wohnungspolitische Aufgabenspektrum inzwischen grundlegend gewandelt hat. Die Zeiten allgemeinen Wohnungsmangels sind längst überwunden. Das wohnungspolitische Handeln konzentriert sich heute darauf, gezielt bestimmten Bevölkerungsgruppen den Zugang zum Wohnungsmarkt zu erleichtern. Darüber hinaus stellen sich die Wohnungsmärkte heute viel differenzierter dar als in der Vergangenheit.
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die vertikale Kompetenzverteilung in der Wohnungspolitik kritisch zu überprüfen und konkrete Vorschläge für eine Optimierung zu unterbreiten. Darüber hinaus werden die Kooperationserfordernisse in der Wohnungspolitik – insbesondere auf kommunaler Ebene – herausgearbeitet. Auf der Basis spieltheoretischer Überlegungen werden geeignete Anreiz- und Ausgleichsmechanismen vorgestellt, mit denen Kooperationshindernisse überwunden werden können. Die Arbeit ist aufgrund der Verbindung von ökonomischer Analyse, politökonomischen Argumenten und praktischen Beispielen auch für Nichtökonomen lesbar und interessant für jedermann, der sich für die Problematik der föderalen Staatsverfassung und für die Wohnungspolitik der Bundesrepublik Deutschland interessiert.
Veröffentlichung
Die Besteuerung des privaten Grundeigentums - Ökonomische Analyse und steuersystematische Beurteilung bodenbezogener Steuerformen
Dr. Thorsten Hellmann
Die Besteuerung von Grund und Boden war schon immer ein besonderer Streitpunkt in Wissenschaft und Politik. Auch sind Steuern auf das private Grundeigentum besonders attraktiv für den Staat, weil Immobilien eben immobil sind und sich dem steuerlichen Zugriff somit - anders als Kapital und Arbeit - kaum durch Abwanderung entziehen können. Umso dringender stellt sich dann die Frage nach der systematischen Begründbarkeit von derartigen Sondersteuern. Dieser Frage geht die vorliegende Arbeit nach. Dabei stellt er sowohl auf ökonomische Effizienzkriterien als auch und insbesondere auf das juristische Erfordernis der Systemhaftigkeit ab. Unter diesen beiden Gesichtpunkten werden zum einen die aktuellen und in der Diskussion befindlichen Sonderabgaben auf das private Grundeigentum - Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, Bodenwertzuwachssteuer, Planungswertausgleich, Besteuerung des Wohnwertes - geprüft. Der Verfasser kommt in vielen Fällen zu dem Urteil, dass sie unter steuersystematischen Gesichtpunkten keinen Bestand haben können, zumindest aber in der Ausgestaltung wesentlich verändert werden müssten. Das gilt insbesondere auch in ihrem Zusammenwirken, das oftmals auf eine mehrfache Besteuerung des gleichen Tatbestandes hinausläuft. Darüber hinaus werden die Einkommensteuer sowie die Erbschaft- und Schenkungsteuer einer eingehenden steuersystematischen Prüfung, jeweils mit besonderem Blick auf die Besonderheiten des selbst genutzten Wohneigentums, unterzogen.
Projekt
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Wohnungsmarktregion Münster - Abgrenzung und Perspektiven
Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Akad. Dir. Dr. Winfried Michels Bearbeiter: Dipl.-Volksw. und Dipl.-Geograph Matthias Mainz
Die Wohnungsmärkte in Nordrhein-Westfalen entwickeln sich strukturell, vor allem aber auch regional sehr unterschiedlich. Während in einigen Regionen von ausgeglichenen Wohnungsmärkten gesprochen werden kann, besteht in anderen nach wie vor ein Nachfrageüberhang. Zunehmend treten aber insbesondere in den großen Städten des Ruhrgebiets auch Leerstände mit all ihren Problemen für die Stadtentwicklung und die soziale Stabilität der entsprechenden Quartiere auf. Die Ungleichgewichte in den Teilmärkten werden sich aller Voraussicht nach in Zukunft weiter verstärken. Hinzu kommt, dass die heute im Vordergrund stehenden Wohnungsmarktprobleme wie Segregation, soziale Erosion von Quartieren und Marktzugangsschwierigkeiten von Problemgruppen eher kleinräumlicher Natur sind. Daraus erwächst zunehmender Druck auf die Wohnungs- und Städtebaupolitik, sich stärker den regionalen Erfordernissen anzupassen bzw. die Verantwortlichkeiten wesentlich stärker als bisher zu dezentralisieren. Insbesondere machen die zukünftigen Anforderungen die Entwicklung und Erprobung neuer Formen der interkommunalen Zusammenarbeit erforderlich. Grundlage dafür muss die funktionale Abgrenzung der regionalen Wohnungsmärkte und die Analyse ihrer Probleme und Entwicklungsperspektiven sein.
Im vorliegenden Band werden beispielhaft Abgrenzung und Perspektiven der Wohnungsmarktregion Münster untersucht. Aufbauend auf der im ersten Abschnitt durchgeführten funktionalen Abgrenzung der Wohnungsmarktregion bietet die Arbeit einen teilweise bis auf die Gemeindeebene differenzierten Überblick über die wichtigsten wohnungsmarktrelevanten Entwicklungen. Im Ergebnis zeigt sich ein anhaltender Trend zur Dezentralisierung von Haushalten und Arbeitsplätzen, der auch im Prognosezeitraum bis 2015 nicht nachlassen wird. Im Unterschied zu den meisten anderen Kernstädten in NRW wird die Stadt Münster allerdings ihre dominante Stellung als Beschäftigungszentrum der Region weitgehend unvermindert behaupten können. Gleichwohl ist im Zusammenhang mit den in Zukunft kaum noch wachsenden bzw. sogar rückläufigen Bevölkerungszahlen eine stärkere Kooperation der Gemeinden innerhalb der Wohnungsmarktregion dringend zu empfehlen. Nur so können Fehlinvestitionen auf der einen Seite, Defizite auf der anderen Seite in der haushaltsnahen Infrastruktur, im Verkehrsbereich sowie nicht zuletzt bei der Wohnraumversorgung von Problemgruppen vermieden werden.
Projekt
Veröffentlichung
Forschungs-Informations-System Verkehr, Städtebau, Raumordnung und Wohnungswesen (FIS)
Bearbeiter: Klaus-Hendrik Mester
Bau- und Wohnungsmarkt sind auf Grund ihrer großen volkswirtschaftlichen Bedeutung Bereiche, die wissenschaftlich sowohl aus theoretischer Perspektive, vor allem in der angelsächsischen Literatur, als auch aus empirischer Sicht relativ stark durchdrungen sind. Insbesondere nach der deutschen Wiedervereinigung haben wohnungswirtschaftliche und wohnungspolitische Fragen wieder an Bedeutung gewonnen. Auch auf europäischer Ebene wurden die Forschungsaktivitäten zum Bauen und Wohnen verstärkt. Dies hatte zur Folge, dass mittlerweile - nicht zuletzt wegen der hohen Komplexität des Wohnungsmarktsystems - eine Fülle von Einzelinformationen in Form von wissenschaftlichen Arbeiten, Studien, Aufsätzen, Analysen und Daten zu den verschiedensten Problem- und Sachgebieten vorliegt. Wie auf vielen anderen Fachgebieten existiert allerdings keine Gesamtschau aktueller Forschungsergebnisse und -erkenntnisse.
Ziel des Projektes ist es, im Rahmen des Forschungs-Informations-Systems Verkehr, Städtebau, Raumordnung und Wohnungswesen sowie Aufbau Ost (FIS) für den Auswertebereich "13. Soziale, ökonomische sowie energiebezogene Aspekte im Bereich Bauen und Wohnen" ein Instrument zu schaffen, das über Inhalt und Ergebnisse der aktuell laufenden Forschungsvorhaben problem- bzw. sach-/fachbezogen informiert. Dieses Instrument stellt auf die politischen Entscheidungsträger ab und soll ihnen einen selektiven Zugriff auf die so erstellte Wissensbasis ermöglichen. Der Zugriff soll visuell unterstützt über das Medium "Internet" erfolgen.
Projekt
Ein empirisches Simulationsmodell für die westdeutschen Wohnungsmärkte
Bearbeiter: Oliver Voß
Die Akteure der Wohnungspolitik, Wohnungs- und Bauwirtschaft benötigen zur Fundierung ihrer Entscheidungen Informationen über die Zusammenhänge auf den Wohnungsmärkten. Dieses Informationsinteresse bezieht sich nicht nur auf die kurzfristige und langfristige Situation auf den Märkten, sondern im Fall der Politik auch auf die Effektivität der eingesetzten wohnungspolitischen Instrumente. Bei der Bau- und Wohnungswirtschaft stehen vor allem auch die künftigen Bedürfnisse der Haushalte hinsichtlich der von ihnen nachgefragten Wohnungen im Vordergrund.
Mit dem in der vorliegenden Arbeit entwickelten Simulationsmodell für die Wohnungsmärkte in Westdeutschland können zahlreiche Fragen der im Wohnungswesen operierenden Entscheidungsträger beantwortet werden. Dabei wird der Wohnungsmarkt stark disaggregiert, sowohl nach einzelnen Wohnungstypen, nach Wohneigentum und Mietwohnungen sowie nach freifinanziertem und sozialem Wohnungsbau. Die Datenbasis für das Wohnungsangebot sind die aggregierten Daten des Statistischen Bundesamtes, während für die Wohnungsnachfrage das komplexe Datenmaterial des Sozio-oekonomischen Panels des DIW verwendet wird. Mit Hilfe anspruchsvoller ökonometrischer Verfahren wird ein detailliertes Simulationsmodell entwickelt, das auch Rückkoppelungen zwischen Wohnungsangebot bzw. -nachfrage und den entsprechenden Preisbewegungen auf den einzelnen Wohnungsmärkten einbezieht.
Projekt
Veröffentlichung
Soziale Wohnraumversorgung und kommunale Wohnungspolitik in Nordrhein-Westfalen
Herausgeber: Winfried Michels, Jörg Rottmann, Ulrich van Suntum
Die allgemeinen Entspannungstendenzen auf den Wohnungsmärkten in Nordrhein-Westfalen haben auch die unteren Preissegmente erfasst. Die soziale Wohnraumversorgung ist derzeit relativ gut, was nicht zuletzt auf die enormen Förderleistungen in den zurückliegenden Jahren bzw. Jahrzehnten zurückzuführen ist. Allerdings ist damit zu rechnen, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein wird. Bei drastisch abnehmendem Sozialmietwohnungsangebot infolge auslaufender Bindungen und rückläufiger Wohnungsbauinvestitionen auf der einen Seite und einer gleich bleibend hohen Anzahl an Wohnungsuchenden auf der anderen Seite kann sich die Lage in den jetzigen Bedarfsschwerpunkten schnell wieder zuspitzen. Die Kommunen sind hier umso mehr gefordert, als die Landespolitik bestrebt ist, vermehrt Verwaltungskompetenzen auf die kommunale Ebene zu übertragen.
Der vorliegende Band befasst sich mit diesen beiden eng miteinander verwobenen Themenkomplexen. Es werden die Ergebnisse von zwei Untersuchungen dargestellt, die das Ministerium für Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW in Auftrag gegeben hat. Die erste Studie von Rottmann und Michels beschäftigt sich mit den Perspektiven der sozialen Wohnraumversorgung in den Bedarfsschwerpunkten und setzt sich mit den wohnungspolitischen Handlungskonzepten der Kommunen auseinander. In der zweiten Studie (Rottmann und van Suntum) geht es um die vertikale Aufgabenverteilung zwischen Land und Kommunen in der Wohnungspolitik des Landes NRW.
Projekt
Veröffentlichung
Soziale Wohnungspolitik und Arbeitskräftemobilität
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Roland Nolte
Die Wohnungspolitik in Deutschland ist seit jeher vielfältigen Interventionen unterworfen. Es wird häufig kritisiert, dass diese Interventionen auch die Mobilität der Arbeitskräfte einschränken. Erstaunlicherweise liegen bisher kaum empirische Studien darüber vor, inwieweit solche mobilitätshemmenden Effekte in Deutschland tatsächlich relevant sind. Diese Lücke wird mit der vorliegenden Arbeit von Herrn Nolte geschlossen. Auf der Grundlage einer theoretischen Analyse des Wohnungsmarktes werden in sehr differenzierter Weise mögliche Mobilitätswirkungen der staatlichen Wohnungspolitik abgeleitet. Im empirischen Teil der Arbeit wird gezeigt, dass viele der vermuteten Mobilitätshemmnisse in Westdeutschland tatsächlich von Belang sind. Es wird nachgewiesen, dass beispielsweise Sozialmieter vergleichsweise wenig mobil sind, während für die Empfänger von Wohngeld eine solche Aussage nicht getroffen werden kann. Auch sind selbstnutzende Wohneigentümer weniger mobil als andere Haushalte. Zudem werden eine ganze Reihe weiterer Einflussfaktoren auf das Mobilitätsverhalten aufgedeckt (Wohnstatus, Wohndauer, Haushaltstyp, Einkommen, Alter, Bildungsabschluss).
Der Verfasser plädiert zur Verringerung der mobilitätshemmenden Wirkungen für eine zumindest teilweise Liberalisierung des Mietrechtes sowie für den weitgehenden Ersatz des sozialen Wohnungsbaus durch das flexiblere Wohngeld. Bedenkenswert ist sein Vorschlag, die Eigenheimzulage stärker subjektbezogenen und damit weniger mobilitätsfeindlich auszugestalten.
Die vorliegende Arbeit ist auf Grund der gelungenen Verbindung von ökonomischer Theorie, empirischer Fundierung und politischer Analyse auch für Nicht-Ökonomen gut lesbar und interessant für jedermann, der sich für Wohnungspolitik in Deutschland und ihre ökonomischen Auswirkungen interessiert.
Veröffentlichung
Mietspiegel der Stadt Münster - Erstellung eines Lagekatasters
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Thorsten Hellmann, Dr. Winfried Michels
Für die Erstellung und Anwendung von Regressionsmietspiegeln ist eine vollständige Erfassung aller mietpreisrelevanten Merkmale einer Wohnung erforderlich. Zu den mietpreisrelevanten Merkmalen zählt auch das Lagekriterium. Erfahrungsgemäß kann eine Lageeinteilung nicht aufgrund von Mieter- und/oder Vermieterbefragungen erfolgen. Deshalb wird durch eine Befragung von Wohnungsmarktexperten anhand eines differenzierten Straßenkatasters eine Klassifizierung vorgenommen.
Die Erstellung des Lagekastasters erfolgt im Auftrag der InWIS Institut für Wohnungswesen, Stadt- und Regionalentwicklung GmbH, Bochum, die einen empirischen Mietspiegel für die Stadt Münster entwickelt.
Projekt
Optimierung der Aufgabenwahrnehmung in der Wohnungspolitik
Bearbeiter: Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Dipl.-Volksw. Jörg Rottmann
Im Juni 1999 wurde im nordrhein-westfälischen Landtag das "Erste Gesetz zur Modernisierung von Regierung und Verwaltung" verabschiedet. Es sieht für zahlreiche Bereiche der Landespolitik die Verlagerung von Aufgabenkompetenzen vom Land auf die Kommunen sowie die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung vor.
Das Ziel der Untersuchung besteht darin, die derzeitige vertikale Aufgabenverteilung zwischen Land und Kommunen in der Wohnungspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen kritisch zu überprüfen und im Rahmen einer ökonomischen Analyse Vorschläge für eine Optimierung der Aufgabenverteilung zu erarbeiten. Des Weiteren werden Kooperationserfordernisse und mögliche Kooperationsformen zwischen Kommunen auf horizontaler Ebene analysiert. Dies ist notwendig, da durch eine stark dezentrale Aufgabenverteilung u. U. externe Effekte, wie Stadt-Umland-Probleme, entstehen bzw. verschärft werden können, die sich durch Kooperationen zwischen Kommunen vermeiden lassen.
Als theoretische Grundlagen für eine ökonomisch fundierte Analyse der Optimierung der vertikalen und horizontalen Aufgabenverteilung dienen die ökonomische Theorie des Föderalismus und die Neue Institutionenökonomik.
Projekt
Rentabilität bei Wohnungsbestandsmaßnahmen
Bearbeiter: Dr. Winfried Michels, Dipl.-Volksw. Lydia Naarmann
Eine erfolgreiche Wohnungspolitik setzt die Kenntnis der Entscheidungswege und Entscheidungskriterien der Investoren voraus. Insbesondere sollte bekannt sein, wie Investitionsentscheidungsprozesse bei Bestandsmaßnahmen ablaufen, was die Bestimmungsgründe für derartige Investitionen sind und welche Rolle die staatliche Förderung überhaupt bei der konkreten Investitionsentscheidung spielt. Nur so sind eine effiziente Ausgestaltung des Förderinstrumentariums und des Fördermitteleinsatzes sowie eine breite Akzeptanz möglich.
In der Studie werden die Ergebnisse einer Untersuchung dokumentiert, die das Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes Nordrhein-Westfalen im November 1997 in Auftrag gegeben hat. Empirische Basis der Untersuchung ist eine schriftliche Befragung von 177 Wohnungsanbietern, ergänzt um mündliche Tiefeninterviews und einen Workshop mit Experten aus der Wohnungswirtschaft und der Wohnungspolitik. Die Untersuchung macht unter anderem deutlich, daß bei investiven Wohnungsbestandsmaßnahmen strenge Renditeüberlegungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Darüber hinaus wird die Entscheidung für oder gegen Investitionen in den Wohnungsbestand in den meisten Fällen unabhängig davon gefällt, ob staatliche Förderprogramme in Anspruch genommen werden können.
Projekt
Veröffentlichung
Vermögenspolitik in der Sozialen Marktwirtschaft.
Ziele und Wirkungsmöglichkeiten
Bearbeiter: Dr. Peter Westerheide
In der Bundesrepublik Deutschland versucht der Staat auf vielfältige Weise, die Vermögensbildung der privaten Haushalte durch Sparfördermaßnahmen zu beeinflussen. Im Vordergrund steht dabei traditionell die Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums, früher im Wege von steuerlichen Anreizen, neuerdings mit substantiellen Eigenheimzulagen für einen breiten Kreis von anspruchsberechtigten Haushalten. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die Bausparförderung, welche die Kapitalbildung zum Zweck des Wohneigentumerwerbs insbesondere für Haushalte in den unteren und mittleren Einkommensschichten anregen soll. Darüber hinaus werden auch das Wertpapiersparen und der Erwerb von Unternehmensbeteiligungen sowie die Alters- und Risikovorsorge durch Kapitallebensversicherungen gefördert.
Die Wirkungen dieser Maßnahmen sind indessen umstritten. Deshalb steht die Frage nach den Zielen und Wirkungsmöglichkeiten vermögenspolitischer Fördermaßnahmen im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Sie behandelt ausführlich die Berechtigung vermögenspolitischer Ziele in der sozialen Marktwirtschaft und zeichnet die Entwicklung der vermögenspolitischen Gesetzgebung im Zeitablauf detailliert nach. Anhand von langfristigen Zeitreihenanalysen wird geprüft, inwieweit die Vermögenspolitik die effektive Vermögensbildung der privaten Haushalte in Deutschland tatsächlich beeinflußt hat.
Die Ergebnisse dieser Wirkungsanalysen zeigen, daß die staatliche Sparförderung die Nettogeldvermögensbildung der privaten Haushalte in der Vergangenheit vermutlich nur in geringem Maße anregen konnte. Ein erheblich größerer Einfluß ist dagegen der Förderung der Wohneigentumsbildung zuzusprechen. Somit scheinen lediglich solche Fördermaßnahmen das Anlageverhalten der Privaten beeinflussen zu können, die auf ohnehin präferierte Anlageformen - insbesondere das Immobilieneigentum - zielen. Wenig aussichtsreich wäre es dagegen, die Ersparnis der Privaten gezielt in eine politisch erwünschte Verwendungsrichtung lenken zu wollen. Die Verfolgung vermögensstrukturpolitischer Ziele als Teilziel der Vermögenspolitik ist damit grundsätzlich in Frage zu stellen. Auch verteilungspolitische Ziele lassen sich vermutlich eher erreichen, wenn dem Anleger die freie Wahl der Anlageform verbleibt.
Auch die gesamtwirtschaftlichen Effekte der Förderwirkungen werden oftmals überschätzt. Anhand eines empirisch fundierten Kreislaufmodells wird gezeigt, daß selbst substantielle vermögenspolitische Transferzahlungen unter realitätsnahen Annahmen nur geringfügige Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Kapitalbildung und die Einkommens- und Vermögensverteilung haben.
Veröffentlichung
Nachfrage- und Angebotswirkungen des Wohngeldes.
Theoretische Analyse und empirische Überprüfung.
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Roland Nolte, Dipl.-Volksw. Oliver Voß, Mitarbeit von Dr. Winfried Michels
"Wohngeld schafft keine neuen Wohnungen, allein sozialer Wohnungsbau erweitert das Angebot an preisgünstigem Wohnraum", so lautet eine der Kernthesen der Befürworter des in der Kritik stehenden sozialen Wohnungsbaus.
Diese Behauptung wird in der vorliegenden Arbeit einer gründlichen theoretischen und empirischen Überprüfung unterzogen. Anhand eines theoretischen Modells werden die Wirkungsketten analysiert, die auf dem Wohnungsmarkt und den angrenzenden Märkten durch Wohngeldtransfers wie auch durch sozialen Wohnungsbau ausgelöst werden. Berücksichtigung findet dabei u.a., daß der Wohnungsmarkt in der Realität über längere Zeiträume unausgeglichen ist. Anhand von Simulationen, die auf der ökonometrischen Schätzung des theoretischen Modells basieren, wird bestimmt, wie stark die durch Wohngeld und sozialen Wohnungsbau kurz- und langfristig ausgelösten Effekte auf das Wohnungsangebot tatsächlich sind. Aus der theoretischen und empirischen Wirkungsanalyse werden schließlich wichtige Implikationen für die soziale Wohnungspolitik abgeleitet, insbesondere im Hinblick auf die Ausgestaltung des optimalen Förderungs-Mix.
Projekt
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Konzepte der Wohnungsbaufinanzierung bei Inflation
Bearbeiterin: Stephanie Knoke
Die Wohnungsbaufinanzierung unterliegt aufgrund ihrer Langfristigkeit in besonderem Maße dem Risiko der Änderung ökonomischer Rahmendaten. Neben Umgestaltungen im ordnungspolitischen Bereich sind hier vor allem prozeßpolitische Änderungen, insbesondere Preisänderungen, relevant. Hohe Inflationsraten stellen Wohnungsbaufinanzierungsysteme vor besondere Schwierigkeiten: sie behindern die Mobilisierung langfristiger Einlagen und erhöhen die Risiken für Gläubiger und Schuldner. Für die traditionelle Wohnungsbaufinanzierung, die auf langfristigen Festzinskrediten beruht, bringt dies sowohl auf der Kreditangebots- als auch auf der -nachfrageseite erhebliche Probleme mit sich.
Das Thema "Wohnungsbaufinanzierung bei Inflation" hat durch die mit hohen Preissteigerungsraten einhergehende Transformation der Volkswirtschaften Osteuropas erneut an Aktualität gewonnen. In dem vorliegenden Band werden die Ergebnisse einer Diplomarbeit vorgestellt, in der alternative Wohnungsbaufinanzierungskonzepte diskutiert und auf ihre Effizienz bei der Lösung der Inflationsproblematik hin untersucht werden.
Veröffentlichung
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Wolfgang Eßmann, Dr. Winfried Michels
Die derzeitige Situation auf den Wohnungsmärkten ist durch hohe Nachfrageüberhänge gekennzeichnet. Nur eine Wohnungsbautätigkeit auf hohem Niveau kann langfristig zu einer Entspannung führen. Der größte Teil der neu gebauten Wohnungen muß - auch angesichts leerer öffentlicher Kassen - mit privatem Kapital erstellt werden.
Eine erfolgreiche Wohnungspolitik setzt somit die Kenntnis der Interessen, Investitionskalküle und Problemsicht von Wohnungsbauinvestoren voraus. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Motive institutioneller Kapitalanleger, in den freifinanzierten Mietwohnungsmarkt zu investieren, zu ermitteln. Grundlage der im Rahmen des Projektes geführten Interviews war eine Umfrage des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen bei potentiellen Wohnungsbauinvestoren.
Projekt
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Transformation der Wohnungswirtschaft in Polen
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Philipp Kruse, Dipl.-Volkswirtin Karin Weber
Die Transformation der polnischen Wirtschaft von einer zentral gesteuerten Planwirtschaft in eine soziale Marktwirtschaft wirft auch im fünften Jahr noch viele - teilweise erst jetzt sichtbar gewordene - ungelöste Probleme auf. Den bisher erzielten Erfolgen, etwa bei der makroökonomischen Stabilisierung, stehen erhebliche Reformdefizite, insbesondere im institutionellen Bereich und auf sektoraler Ebene, gegenüber. Die polnische Gesellschaft sieht sich heute dem für sie neuartigen Phänomen einer hohen wirtschaftlichen Unsicherheit ausgesetzt und mit sozialen Härten in zuvor unbekanntem Ausmaß konfrontiert. Hierdurch wurden viele Hoffnungen, die weite Teile der Bevölkerung ursprünglich mit dem Systemwandel verbanden, enttäuscht. Um den Erfolg des Systemumbaus nicht zu gefährden, sind die Reformbemühungen verstärkt auf die Transformation einzelner Wirtschaftssektoren von hoher sozialer Bedeutung zu lenken.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Transformation der polnischen Wohnungswirtschaft zu untersuchen und Handlungsvorschläge für weitere Reformen abzuleiten. Ausgangspunkt der Untersuchung ist eine ausführliche Analyse der zentralverwalteten Wohnungswirtschaft, an die sich eine Prognose des zukünftigen Wohnungsbedarfs bis zum Jahr 2010 anschließt. Darauf aufbauend werden nach der Einführung des neuen Leitbildes der sozialen Wohnungsmarktwirtschaft als Referenzsystem die bisher erfolgten Reformen überprüft und Handlungsdefizite aufgezeigt. Anschließend werden für alle wichtigen Reformfelder Empfehlungen und Handlungsvorschläge für die weitere Umgestaltung des Wohnungssektors unterbreitet.
Das Forschungsvorhaben wurde im Auftrag der Wüstenrot-Stiftung Deutscher Eigenheimverein e.V. durchgeführt. Im Rahmen dieser Arbeit bestand eine Kooperation mit dem Instytut Gospodarki Mieszkaniowej in Warschau (Direktor: Prof. Dr. Henryk Hajduk). Die polnischen Kollegen übernahmen die Beschaffung und Aufbereitung eines Großteils der Daten und lieferten wichtige Informationen über die Wohnungsmarktsituation in Polen.
Projekt
Veröffentlichung
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Hubertus Mehring
Spätestens die Ergebnisse der Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung vom 25. Mai 1987 haben starke Disparitäten auf dem Wohnungsmarkt der Bundesrepublik Deutschland offenkundig werden lassen. Rekordtiefstände bei den Wohnungsfertigstellungen und der unerwartet hohe Zustrom von Aus- und Übersiedlern sowie Asylbewerbern verstärken seitdem noch die Engpässe bei der Wohnraumversorgung. Während einerseits der kräftige Realeinkommensanstieg ab 1984 die Wohnansprüche vieler Nachfrager wachsen ließ, vergrößerte sich andererseits die Zahl derjenigen Haushalte, denen keine oder nur unzureichende Wohngelegenheiten zur Verfügung stehen.
In solchen und ähnlichen Situationen wiederholt sich stets der Ruf nach einem verstärkten Engagement des Staates auf dem Wohnungsmarkt. Damit Wohnungsbauförderung ökonomisch und angemessen betrieben werden kann, ist es für die politischen Entscheidungsträger unerläßlich, die Abläufe auf den einzelnen Teilmärkten des Wohungsmarktes richtig einzuschätzen und die Interdependenzen zwischen diesen Teilmärkten sowie die Verbindung zu weiteren Märkten wie dem Boden- und Kapitalmarkt zu beachten.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, ein theoretisches Modell zur Erklärung des Wohnungsmarktgeschehens zu entwickeln und für die Bundesrepublik Deutschland empirisch zu überprüfen. Die Möglichkeit von Ungleichgewichtssituationen auf den einzelnen Teilmärkten wird hierzu explizit in den Modellansatz aufgenommen. Ebenso werden die wirtschaftspolitischen und insbesondere die wohnungspolitischen Instrumente des Staates in das Modell integriert. Als Bestandteil eines gesamtwirtschaftlichen Entscheidungsmodells zur Konjunktur- und Wachstumspolitik bildet das in der vorliegenden ökonometrischen Untersuchung entwickelte Wohnungsmarktmodell dann die empirische Grundlage für einen effizienten Einsatz der Wohnungspolitik.
Veröffentlichung
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Hubertus Mehring
1990 fehlten - mit steigender Tendenz - bundesweit mehr als eine Million Wohnungen. Der Wohnungmagel zeigt sich nicht nur in den Ballungsräumen und Großstädten, sondern wird auch in Mittelstädten und im ländlichen Raum spürbar. Besonders problematisch ist die Situation für die Wohnungssuchenden. Bürger, die zu einem Umzug gezwungen sind, kinderreiche Familien, neu gegründete Haushalte und junge Familien, Studenten und Ausländer, Aus- und Übersiedlerhaushalte, aber vor allem Einkommenschwache haben akute Versorgungsschwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt.
Die Diskussion um die zukünftige Wohnungsmarktentwicklung war in der Vergangenheit durch große Unsicherheiten gekennzeichnet. Die starken Schwankungen bei den Wohnungsfertigstellungen und die hierdurch ausgelösten Verwerfungen auf dem Markt sowie die Schwierigkeiten, stabile Entwicklungslinien zu erkennen, führten zu einer unterschiedlichen Einschätzung der Zukunft der Wohnungsbautätigkeit. Wohnungsleerstände veranlaßten die Eigentümerverbände zu extrem pessimistischen Aussagen. Weiterer Mietwohnungsneubau wurde für absolut überflüssig gehalten und ohne Verwertungschance angesehen. Dem standen Marktanalysen von Forschungsinstituten gegenüber, die - insbesondere wegen der demographischen Entwicklung - eine aufbauende Wohnungsknappheit errechneten. Die Wohnungsleerstände sind inzwischen abgebaut, und die Mieten steigen seit einigen Jahren schneller als das allgemeine Preisniveau. Die Furcht vor einem anhaltenden Überangebot ist der Klage über die mangelnde Neubautätigkeit und dem daraus resultierenden derzeitigen Wohnungsfehlbestand gewichen.
einer Bestandsaufnahme und Analyse des Wohnungsangebotes in der Stadt Münster und den angrenzenden Landkreisen Coesfeld, Steinfurt und Warendorf in qualitativer, quantitiver, struktureller und preislicher Hinsicht;
einer Wohnungsbedarfsanalyse für das Untersuchungsgebiet auf der Grundlage eines Soll-Ist-Vergleichs des Wohnungsbestandes;
der Gewinnung plausibler Aussagen über die "geplante" Nachfrage der Haushalte.
Bedarf und Potential an Wohnbauland.
Modellrechnungen für drei ausgewählte Wohnungsmarktregionen
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Winfried Michels, Dipl.-Volksw. Peter Ritzmann
Die Siedlungsfläche je Einwohner stieg von 1973 bis 1978 jährlich um knapp 2 vH. von 420 qm auf 458 qm an; insgesamt vergrößerte sie sich dabei täglich um 113 ha.
Als Ursachen für diese Entwicklung können erhöhte Ansprüche an die Wohnqualität und die dadurch gestiegene Wohnflächennachfrage sowie die Zunahme der Gewerbe- und Industrieflächen pro Arbeitsplatz aufgrund gestiegener Kapitalintensität und aufgrund ebenerdiger, flächenintensiver Bauweise angesehen werden. Daneben spielen auch der Ausbau des Verkehrsnetzes, die Errichtung großflächiger Ver- und Entsorgungsanlagen und der oberflächennahe Rohstoffabbau eine wichtige Rolle für die Verknappung der Freiflächen. Diese Verknappung kann regional (Verdichtungsgebiete, altindustrialisierte Gebiete, periphere Regionen) unterschiedlich sein. So könnte man vermuten, daß Agglomerationsräume stärker betroffen sind, da dort ein großer Auflockerungsbedarf auf Flächenengpässe trifft; die dort zu beobachtenden hohen Bodenpreise liefern einen Hinweis dafür.
Informationsdefizite bestehen dabei nach wie vor hinsichtlich des zukünftigen regionalen Bedarfs an Wohnbauland und hinsichtlich des bereits vorhandenen, in Flächennutzungs- und Gebietsentwicklungsplänen vorgesehenen Wohnbaulandpotentials (Wohnbaulandreserven). Wichtig ist also nicht nur eine räumlich differenzierte Berechnung des Wohnungsbedarfs und des daraus abzuleitenden Flächenbedarfs, sondern auch die Bilanzierung mit den Flächenreserven.
Rahmen dieser Arbeit soll geklärt werden, wie sich der Bedarf an Wohnbauland bis zum Jahr 2000 in ausgewählten Wohnungsmarktregionen entwickelt. Dabei sind die Einflüsse von unterschiedlichem Haushaltsbildungsverhalten, steigenden Ansprüchen an die Wohnraumversorgung, flächensparenden Bauformen und zunehmender Eigentumsquote zu untersuchen. Durch Bilanzierung mit den Wohnbaulandreserven ist festzustellen, wie lange diese gegenwärtigen Reserven zur Bedarfsdeckung ausreichen.
Projekt
Veröffentlichung
Wohnungs- und Immobilienmärkte morgen
Hrsg.: Winfried Michels, Ulrich van Suntum
Autoren: Christa Thoben, Renate Szameitat, Christian Badde, Volker Nordalm, Peter Schaffner, Frauke Mester, Carsten Rolle
Wohnungs-, Immobilien- und Kreditwirtschaft müssen sich, auch angesichts der bevorstehenden Europäischen Währungsunion und eines intensiveren internationalen Wettbewerbs, auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Die regionale Verteilung und die Struktur von Angebot und Nachfrage in der Wohnungsnutzung sowie bei Immobilien und Krediten werden sich ändern. Auch das Wohnungsbauförderungssystem in seiner bisherigen Form steht auf dem Prüfstand, die steuerlichen Regelungen wandeln sich, und die soziodemographische Entwicklung stellt neue Anforderungen an eine marktbezogene Unternehmenspolitik.
Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität und die Förderergesellschaft haben anläßlich der 9. Münsteraner Wohnungswirtschaftlichen Gespräche am 22. September 1998 die interessierte Fachöffentlichkeit eingeladen zu diskutieren, wie sich diese neuen Rahmenbedingungen auf die Wohnungs-, Immobilien- und Kreditmärkte auswirken werden und wie die Unternehmen der Wohnungs und Kreditwirtschaft auf sie reagieren können.
Veröffentlichung
Wohnungspolitik bei leeren öffentlichen Kassen
Hrsg.: Winfried Michels, Ulrich van Suntum
Autoren: Klaus Töpfer, Ulrich van Suntum, Udo Bachmann, Franz-Georg Rips, Burkhard Hintzsche, Frauke Mester, Carsten Rolle
Die aktuellen Haushaltsnöte und die allgemeinen Sparmaßnahmen der öffentlichen Hauhalte lassen die Wohnungspolitik und die Wohnungsbauförderungnicht unberührt. Sowohl die Finanzhilfen des Bundes für den sozialen Wohnungsbau als auch die Städtebauförderungsmittel wurden gekürzt, und die Wohngeldreform steht trotz dringenden Anpassungsbedarfs, die letzte Novelle liegt mittlerweile sieben Jahre zurück, immer noch aus. Angesichts dieser Sparzwänge wird die Wohnungspolitik in der Zukunft mehr denn je darauf angewiesen sein, die knappen Fördermittel effizient zu verwenden. Dabei wird auch zu prüfen sein, inwieweit die wohnungspolitischen Instrumente der Vergangenheit für die Zukunft noch notwendig und zweckmäßig sind.
Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität und die Förderergesellschaft haben anläßlich der 8. Münsteraner Wohnungswirtschaftlichen Gespräche am 16. September 1997 die interessierte Fachöffentlichkeit eingeladen, darüber zu diskutieren: Wieviel staatliches Engagement ist im Wohnungsbereich vonnöten, um den wirklich sozial Bedürftigen zu helfen? Welche wohnungspolitischen Instrumente sind dazu besonders geeignet und wie können sie effizient und wirtschaftlich eingesetzt werden? In diesem Zusammenhang wurde auch erörtert, inwieweit eine Stärkung der kommunalen Entscheidungskompetenzen in der Wohnungspolitik hilfreich ist.
Veröffentlichung
Energiesparendes Wohnen. Konzepte - Instrumente - Wirtschaftlichkeit
Hrsg.: Winfried Michels, Rainer Thoss
Autoren: Michael Vesper, Kora Kristof, Klaus Fleck, Peter Hansen, Ulrich van Suntum, Frauke Mester, Carsten Rolle
Das von der Politik vorgegebene Ziel, die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen von 1990 bis zum Jahr 2005 um 25 % zu senken, um die Erdatmosphäre zu schützen und einer drohenden Klimaveränderung entgegenzuwirken, stößt allgemein auf breite Zustimung. Rund ein Drittel der gesamten Endenergie in Deutschland wird von den privaten Haushalten verbraucht. Diese können demnach einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen leisten. Das Energiesparpotential im Wohnungsneubau, vor allem aber in den Wohnungsbeständen, die nur zu knapp 20 % die Anforderungen der alten Wärmeschutzverordnung 1982 erfüllen, wird hoch eingeschätzt. Durch Wärmedämmung und moderne Heizungstechnik könnte der Energieverbrauch insgesamt um über 70 % vermindert werden.
Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität und die Förderergesellschafthaben anläßlich der 7. Münsteraner Wohnungswirtschaftlichen Gespräche am 19. September 1996 die interessierte Fachöffentlichkeit eingeladen zu diskutieren, welche Instrumente zur Förderung energiesparenden Wohnens geeignet sind und wie sie effizient und wirtschaftlich eingesetzt werden können.
Veröffentlichung
Kostengünstiges Bauen: Warum nicht?
Hrsg.: Winfried Michels, Rainer Thoss
Autoren: Thomas Janicki, Karl-Heinz Cox, Katharina Zahn, Christian Badde, Oliver Voß
"Bauen kann 30 bis 50 Prozent billiger werden". Diese und ähnliche Schlagzeilen bestimmen die derzeit wieder neu entfachte Diskussion über die Kostensenkung im Wohnungsbau. Einigkeit besteht weitgehend darin, daß Bauen in Deutschland teuer ist und große Einsparpotentiale sowohl bei den Bau- als auch den Baunebenkosten bestehen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Beispiele dafür, daß qualitativ hochwertiger Wohnungsbau auch mit weit geringeren als den herkömmlichen Kosten möglich ist und von den Nachfragern angenommen wird. "Mehr Wohnungen für weniger Geld" kann deshalb eine erfolgversprechende Devise, vor allem in Zeiten knapper öffentlicher Mittel, sein. Dennoch hat sich kostengünstiges Bauen in der Praxis bisher noch nicht durchgesetzt.
Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Förderergesellschaft haben anläßlich der 6. Münsteraner Wohnungswirtschaftlichen Gespräche am 21. September 1995 die interessierte Fachöffentlichkeit eingeladen zu diskutieren, warum die immer wiederkehrenden Bemühungen um kostensparendes Bauen bisher keinen durchgreifenden Erfolg zeigen, obwohl die Möglichkeiten und Wege zur Realisierung kostengünstigen Bauens hinreichend bekannt sind.
Veröffentlichung
Investitionsrechenverfahren für Modernisierungsinvestitionen im Mietwohnungsbau
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Tobias Formanski, Dr. Winfried Michels
Investitionsrechnungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen für den Bau von Mietwohnungen unterliegen im Vergleich zu Sachinvestitionen besonderen methodischen Problemen. Beispielhaft zu erwähnen sind die lange Lebensdauer des Investitionsobjektes, die daraus resultierende Ungewißheit wesentlicher Ausgangsdaten für die Investitionsrechnung sowie die Bedeutung nicht liquiditätswirksamer Größen für die Investitionsentscheidung.
Investitionen in den Wohnungsbestand, die in der Wohnungswirtschaft, nicht zuletzt aufgrund sich verschärfender Bedingungen am Markt, einen wachsenden Stellenwert besitzen, werfen weitergehende Fragen auf: Wie ist mit dem Abbau des sog. Instandhaltungsstaus umzugehen? Wie können ex ante Instandhaltungskosten realitätsnah geschätzt werden? Wie können steuerliche Regelungen berücksichtigt werden?
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, ein erfolgsorientiertes Investitionsrechenprogramm zu entwickeln, das auf einem modernen dynamischen und auf betriebswirtschaftlichen Grundsätzen beruhenden Verfahren wie dem vollständigen Finanzplan aufbaut. Das Investitionsrechenprogramm soll anwenderfreundlich gestaltet sein und hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit und Praktikabilität anhand realer Mietobjekte erprobt werden.
Projekt
Mieterbefragung Leuna - Wohnzufriedenheitsanalyse
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Tobias Formanski, Dr. Winfried Michels
Zielsetzung der Untersuchung war es, relevante Informationen für anstehende strategische und operative Entscheidungen der Leuna Wohnungsgesellschaft mbH (LEUWO) in Leuna zu gewinnen. Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen wurde beauftragt, ausgewählte Aspekte der künftigen Wohnpräferenzen im Rahmen einer Mieterbefragung zu untersuchen.
Schwerpunkte der Untersuchung waren die allgemeine Zufriedenheit der Mieter mit ihrer Wohnung, ihre Modernisierungswünsche sowie ihre diesbezüglichen Erwartungen und bisherigen Erfahrungen. Von Interesse waren ferner das Fluktuationsverhalten der Haushalte, die Bereitschaft zum Wohnungstausch sowie die Analyse von Nachfragepotentialen bezüglich wohnbegleitender Dienstleistungen. Desweiteren sollte der Service und die Kommunikation mit der LEUWO beurteilt werden. Die Analyse wurde um allgemeine Aussagen zur Mieterstruktur ergänzt.
Die 132 zu befragenden Haushalte wurden nach den drei Kriterien
Geburtsjahr der zu befragenden Person,
Anzahl der Mietparteien in dem jeweils bewohnten Haus und
Modernisierungsstatus des bewohnten Hauses
auf Basis der Altersstruktur einer vorab gezogenen Zufallsstichprobe ausgewählt. Maßgeblich für die erforderliche Interviewzahl war neben einer Sicherheitsspanne die Einteilung der Geburtsjahre in vier Gruppen; diese stellten die kleinsten Einheiten dar, für die jeweils gesicherte Aussagen möglich sein sollten. Von diesen 132 Personen lehnten 16,7 % die Befragung ab (ein im Vergleich zu ähnlichen Studien hoher Anteil) und wurden nach Möglichkeit durch andere Haushalte ersetzt. Die Erhebung wurde als mündliche Befragung anhand eines standardisierten Fragebogens von geschulten Interviewerinnen durchgeführt. Dabei wurden die Interviews nach vorheriger Terminvereinbarung in den Wohnungen der Mieter geführt und dauerten in der Regel weniger als 60 Minuten.
Mit der für Ostdeutschland ersten Untersuchung dieser Art konnten nicht nur allgemeine, für Westdeutschland bekannte Einschätzungen von Mietern bestätigt werden; viele Aussagen zu Besonderheiten "vor Ort" sind überraschend und erlauben eine differenzierte Entscheidungsfindung.
Die Untersuchung lieferte darüber hinaus Angaben zur Zahlungsbereitschaft und zur Größe zukünftig gewünschter Wohnungen. Zudem konnte die Einrichtung einer Wohnungstauschbörse differenziert beurteilt werden. Die Neigung der Leunaer Mieter zur Eigentumsbildung konnte ebenfalls mit Hilfe der Untersuchung besser eingeschätzt werden.
Projekt
Wohnungsbaufinanzierung in einem sich wandenden Umfeld
Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Jürgen Grüner
Die Wohnungsbaufinanzierung ist aufgrund ihrer Langfristigkeit in besonderem Maße dem Risiko der Änderung ökonomischer Rahmendaten ausgesetzt. Diese Änderungen können sowohl im ordnungs- als auch im prozeßpolitischen Bereich auftreten.
Ordnungspolitische Rahmenänderungen befassen sich in erster Linie mit den rechtlichen bzw. institutionellen Gegebenheiten. Dieser Aspekt ist vor allem im Hinblick auf die Transformation der ehemals zentralverwalteten Volkswirtschaften Osteuropas bedeutsam. Aber auch in den hochentwickelten Ländern der westlichen Welt ergeben sich insbesondere im Zuge der Deregulierungsdebatte Auswirkungen auf die Wohnungsbaufinanzierung. Betrachtet man die prozeßpolitische Ebene, sind es in erster Linie Preisänderungen, die für die Wohnungsbaufinanzierung von Relevanz sind. Im einzelnen sind die Preisänderungen auf dem gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt (Inflation), den Immobilienmärkten und den Kapitalmärkten (Zinsschwankungen) zu beachten.
Die in der Wohnungsbaufinanzierung tätigen Institute haben einen großen Bedarf an Informationen über die Auswirkungen derartiger Rahmenänderungen, um negative Effekte durch Anpassung des Finanzierungsinstrumentariums
in laufenden Verträgen abfedern und
bei neuen Verträgen weitestgehend ausschalten zu können.
Die Rahmenänderungen und die sich daraus ergebenden Kosequenzen sind Thema der "11th International School" der International Union of Housing Finance Institutions (IUHFI), die vom 02. bis 09.07.1994 in Münster stattfindet. Das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen wurde von der Landes-Bausparkasse, Münster, mit der Erarbeitung eines Konzepts für dieses Seminar beauftragt.
Projekt
Nutzungsalternativen für eventuell freiwerdende Wohnungen in der Gemeinde Weeze
Bearbeiter: Dipl.-Volkswirtin Uta Klinkers, Dipl.-Volksw. Hubertus Mehring, Büro Dr. Jansen, Köln
Die Gemeinde Weeze hat im Dezember 1990 das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen beauftragt, eine gutachterliche Stellungnahme über die Auswirkungen der Aufgabe der militärischen Nutzung des Flughafens Laarbruch zu erarbeiten. Die Untersuchung besteht aus zwei Teilabschnitten: a) Machbarkeitsstudie der zivilen Mitnutzung bzw. Alleinnutzung des Flughafens und b) Nutzungsalternativen der eventuell freiwerdenden Wohnungen.
Projekt
Veröffentlichung
Dr. Dominik Verhülsdonk Immobilien als Altersvorsorge- Auswirkungen auf die Wohnungsmärkte


