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Geschichte
und Ziele
Schon in den
1970er Jahren gab es erste Diskussionen, Gutachten und Schriften,
die sich mit Möglichkeiten der betriebswirtschaftlichen Steuerung
von Hochschulen auseinandersetzten. Lange Zeit lagen sie in der
Schublade und wurden nicht beachtet.
In den letzten Jahren sind diese Aspekte wieder in den Vordergrund
des Interesses gerückt. Angesichts knapper öffentlicher Finanzen
geraten auch die Hochschulen hinsichtlich der Qualität und der Kosten
ihrer Leistungen in die Diskussion. Unter dem Gesichtspunkt eines
„Value for Money“-Denkens der politischen Entscheidungsträger und
unter dem Druck der starken Innovationsaktivitäten ausländischer
Hochschulen wird es den Hochschulen in den deutschsprachigen Ländern
nicht erspart bleiben, neue und adäquate Steuerungsinstrumentarien
zu entwickeln, die dabei helfen, interne und externe Informationsbedürfnisse
zu erfüllen und die „Leistungserstellung“ der Hochschulen effizienter
und effektiver zu gestalten.
- Wie können
Hochschulen mit den ihnen von außen vorgegebenen Rahmenbedingungen
(Finanzierung, Bildungssystem, Verhältnis Staat-Hochschule usw.)
umgehen? Welche Rahmenbedingungen sollten geändert werden?
- Welche Möglichkeiten
haben Hochschulen zur Verbesserung ihrer internen Steuerung (Führungs-
und Organisationsstruktur, Zielbildung und Zielkontrolle, Rechnungswesen
und Controlling, interne Mittelverteilung usw.)?
- Wie können
die Leistungen/Ergebnisse von Hochschulen gemessen und bewertet
werden (z.B. Lehr- und Forschungsevaluation, Absolventenverbleibsforschung,
Effizienz- und Effektivitätsmessungen)?
Mit diesen Fragen
und ihren mannigfaltigen Unterpunkten will sich die Kommission Hochschulmanagement
auseinandersetzen. Dabei soll insbesondere auch untersucht werden,
inwieweit sich Erkenntnisse aus der Betriebswirtschaftslehre auf Hochschulen
übertragen lassen.
Unter dem Begriff Hochschulmanagement soll deshalb im weiten Sinne
die Analyse und Gestaltung betriebswirtschaftlicher Probleme und Instrumente
von und für Hochschulen verstanden werden. Teilbereiche stellen dabei
externe Rahmenbedingungen, interne Steuerungsparameter und die Ergebnisbewertung
dar.
Die Kommission Hochschulmanagement verfolgt die Ziele,
- eine Kommunikations-,
Kontakt- und Informationsplattform für Forscher im Bereich des
Hochschulmanagements zu sein,
- inhaltliche
Auseinandersetzungen mit den o.g. thematischen Aspekten durchzuführen,
- die Beschäftigung
mit offenen Forschungsfelder im Hochschulmanagement anzuregen.
Die Kommission
wurde auf der Jahrestagung des Verbandes der Hochschullehrer für
Betriebswirtschaft e.V. im Juni 1998 in Wien gegründet. Im Februar
1998 fand bereits ein erster Workshop Hochschulmanagement in Witten-Bommerholz
statt. Diese Veranstaltung wurde seitdem und wird wohl auch zukünftig
jährlich jeweils im Februar durchgeführt werden.
Forschungsgebiete
Im Selbstverständnis
der Kommission geht es bei der wissenschaftlichen Betrachtung von Hochschulmanagement
um die Analyse und Gestaltung betriebswirtschaftlicher Probleme und
Instrumente von und für Hochschulen. Folgende inhaltliche Schwerpunkte
können darunter subsumiert werden:
- externe Restriktionen
des Hochschulmanagements (z. B. staatlich vorgegebene Aufgaben,
Hochschulfinanzierung, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen,
Wettbewerb, Forschungsförderung, Bildungssystem, Hochschulautonomie,
Verhältnis Staat-Hochschulen etc.);
- interne Steuerungsparameter
des Hochschulmanagements (z. B. Führungs- und Organisationsstruktur
von Hochschulen, Zielbildung in Hochschulen, Prozessmanagement
in Hochschulen, Hochschulmarketing, Hochschulcontrolling, Qualitätsmanagement
in Hochschulen, Hochschulkostenrechnung, interne Ressourcenallokation
etc.);
- Bewertung
des Hochschuloutputs (z. B. Lehr- und Forschungsevaluation, Effizienz
und Effektivität von Hochschulen, Absolventenverbleibsforschung,
Bibliometrie etc.).
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