Die Bilder der Pfingst-Exkursion 2001, 5. - 9. Juni nach Südtirol
IfG on tour
In diesem Jahr war die Pfingstexkursion des Instituts für Genossenschaftswesen eine Fahrt der Superlative. Von Dienstag bis Samstag waren das Team des Instituts und interessierte Studenten mit insgesamt 30 Personen in Südtirol unterwegs. Die Exkursion war damit eine der längsten und weitesten aller Institutsausflüge, außerdem wurde die größte Anzahl an verschiedenen Genossenschaften besucht und das Rahmenprogramm war sicher das abwechslungsreichste aller bisherigen Pfingstexkursionen. Natürlich erreichte auch die im Bus verbrachte Zeit mit 12 Stunden für den einfachen Weg ein nie gekanntes Ausmaß, doch schnell hatten sich einige Doppelkopfrunden gefunden, und auch der Videorecorder sorgte zwischenzeitlich für Abwechslung. Am Dienstag abend konnte man sich von der langen Fahrt erholen und das historische Bozen bzw. dessen Restaurants und Kneipen erkunden. Am Mittwoch morgen gab Konrad Palla, Direktor des Raiffeisenverbandes Südtirol, einen Überblick über die Arbeit des Verbandes und die Besonderheiten der südtiroler Genossenschaften. Obwohl Südtirol politisch zu Italien gehört, orientiert es sich wirtschaftlich eher an Österreich und Deutschland. Für 68% der Bevölkerung ist deutsch die Muttersprache. Das Genossenschaftswesen hat eine über 100jährige Tradition, die der des deutschsprachigen Raumes entspricht. Von den heute 839 Genossenschaften gehören 310 dem Raiffeisenverband als Mitglieder an. Den größten Anteil machen die Raiffeisenkassen, die Obstgenossenschaften und die Sennereigenossenschaften aus, aber auch Trinkwassergenossen-schaften, E-Werk-Genossenschaften, Kindergarten- und Kulturhausgenossenschaften gehören zum Verband. Neuerdings zählt auch der Förderverein des Instituts einige südtiroler Raiffeisenkassen zu seinen Mitgliedern. Zukünftig sollen Forschungsprojekte in enger Zusammenarbeit mit den Banken vor Ort durchgeführt werden. Nach einem Aperitif im Café des Raiffeisenhauses und einem Sektempfang bei der Raiffeisenkasse Dorf Tirol gab es ein typisches Südtiroler Mittagessen mit Schlutzkrapfen und Ripperln. Der nächste Programmpunkt war ein touristisches Highlight: die Besichtung des Schlosses Tirol. Eine kleine Wanderung führte die Münsteraner danach zur Sennereigenossenschaft Algund. Der kleine Milchverarbeitungsbetrieb hat sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Nischenprodukten wie nicht homogenisierter Milch und landestypischen Käsesorten erfolgreich am Markt positioniert. Während der Besichtigung mußte die Gruppe allerdings feststellen, daß Käse bevor er gut schmeckt erst einmal schlecht riecht.
Beim Abendessen in einem Buschenschank, dessen typische Merkmale die rustikale Ausstattung, eine deftige Schinkenplatte und das Angebot an selbst gemachtem Wein sind, konnte der Tag gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen referierte Obmann Gamper vom Verband der Obstgenossenschaften (VOG) über die Obstgenossenschaften in Südtirol. Südtirol ist sozusagen das "Land der Obstgenossenschaften", denn 11% der Apfelproduktion der EU stammt aus Südtirol. Der VOG betreut die Beziehungen zwischen Obstproduzenten, Handel und Konsumenten europaweit z.B. mit Verkaufsföderungskonzepten. Um weiterhin Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, regt der Verband zur Zeit unter seinen Mitgliedern neue Formen der Zusammenarbeit bis hin zu Fusionen an.
Anschließend hieß es für die Flachländer "auf in´s Gebirge". Die Gruppe hatte während einer Wanderung auf dem Hochplateau der Seiser Alm einen eindrucksvollen Blick auf die Täler und Berge des Naturparks Schlern. Abends wurde die Kellereigenossenschaft Girlan besichtigt. Während einer Weinprobe erfuhren die Münsteraner von Dr. Leitgeb, dem Leiter der Genossenschaftsüberwachung im Raiffeisenverband, Details über die Kleingenossenschaften, die in Italien mit drei bis acht Mitgliedern gegründet werden können.
Der letzte Tag stand den Teilnehmern zur freien Verfügung. Die meisten besuchten das "Ötzi"-Museum in Bozen und bummelten über den Obstmarkt oder durch die Altstadt von Bozen.
Auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Pfingstexkursion des Instituts für Genossenschaftswesen geben, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Einzelheiten gibt es rechtzeitig per Aushang oder unter www.ifg-muenster.de.
Verfasser: Andrea Neugebauer |