14. IfG-Alumni Treffen in Münster am 18./19. März 2016


Datum: 18./19. März 2016
Ort: Hörsaal CAWM 1, Am Stadtgraben 9,
Centrum für Angewandte Wirtschaftsforschung

Prof. Dr. Theresia Theurl
Prof. Dr. Theresia Theurl

Das diesjährige Alumni-Treffen am 18. und 19. März war das 14. in dieser traditionsreichen Veran-staltungsreihe. Frau Prof. Dr. Theurl konnte rund 50 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter sowie Absolventen des Fachs Unternehmenskooperation begrüßen. Neben dem informellen Austausch und Zusammenkommen verschiedener Generationen, boten die zwei Veranstaltungstage den Teilnehmern hochinteressante Vorträge von Prof. Dr. Gernot Sieg, Dr. Dietrich Komossa und Florian Klein.

Zum Einstieg begrüßte Frau Prof. Dr. Theurl die Teilnehmer und eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die Aktivitäten des Instituts für Genossenschaftswesen im vergangenen Jahr. Hierzu zählten die etablierten Veranstaltungsreihen wie beispielsweise „Wissenschaft und Praxis im Gespräch“, aber auch die in diesem Jahr von den Münsteraner Ökonomen ausgerichtete viertägige Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik. Natürlich wurden den Teilnehmern daneben auch die aktuellen Forschungsprojekte des Instituts näher gebracht.

Prof. Dr. Gernot Sieg
Prof. Dr. Gernot Sieg




In seinem Gastvortrag mit dem Titel „Nichtintendierte Effekte einer Helmpflicht für Fahrradfahrer in Deutschland“ stellte Herr Prof. Dr. Gernot Sieg die Ergebnisse seiner Studie über die volkswirtschaftlichen Konsequenzen einer Helmpflicht für Fahrradfahrer vor. Zunächst betonte er, dass er mit seinem Vortrag nicht die Intention verfolge die Schutzwirkung eines Fahrradhelmes vor schweren Kopfverletzungen zu bezweifeln. Er wolle vielmehr aufzeigen, dass eine Helmpflicht aus volkswirtschaftlicher Sicht mehr kostet als sie nützt. So führt eine Helmpflicht zwar aufgrund folgenschwerer Kopfverletzungen und Unfalltoten zu enormen Einsparungen, dennoch reichen diese Einsparungen nicht aus, um die gesamtgesellschaftlichen Kosten einer Helmpflicht aufzuwiegen. Ein Hauptargument dabei ist, dass ein Teil der Helm-Gegner auf das Fahrradfahren verzichten und stattdessen lieber auf andere Verkehrsmittel umsteigen würden , was steigende Gesundheitskosten und Umweltkosten zur Folge hätte. Außerdem entstünden hohe Kosten für die Anschaffung der Helme. Insgesamt gesehen würde sich ein gesamtgesellschaftlicher Verlust in Höhe von 278 Millionen Euro pro Jahr ergeben, weshalb eine Helmpflicht aus utilitaristischer und aus sozialpolitischer Sicht abzulehnen sei.

Den Abschluss des ersten Tages bildete das gemeinsame Abendessen der IfG-Alumni im Restaurant „Silberner Löffel“. Bei italienischem Essen und entspannter Atmosphäre wurden angeregt über wissenschaftliche Inhalte und die Fahrradhelmpflicht diskutiert und viele andere Themen erörtert. Der nächste Morgen begann dann mit einem gemeinsamen Frühstück der Teilnehmer im Institut, um gestärkt die zwei weiteren Vorträge zu verfolgen.

Dr. Dietrich Komossa
Dr. Dietrich Komossa

In seinem Vortrag mit dem Titel „Unumstößliche Weisheiten – und ihr Einfluss auf mein wirtschaftliches Handeln“ resümierte Dr. Dietrich Komossa über seinen beruflichen Werdegang und die ihn dabei beeinflussenden Weisheiten. Dabei gelang der Einstieg in diese Thematik durch eine kurze Darstellung der Zeit, zu der Herr Dr. Komossa seine akademischen Ausbildung beendete und über eine Weisheit, die ihn – geprägt durch seine Mutter, eine Volkswirtin – schon in jungen Jahren prägte: „Kosten sind entgangener Gewinn“. Danach lenkte er seinen Blick auf weitere Aussagen. So hat das Zitat von Vincent van Gogh, “The fishermen know that the sea is dangerous and the storm terrible, but they have never found these dangers sufficient reason for remaining ashore.”, die Entscheidung als Gesellschafter für mittelständische Unternehmen zu fungieren, beeinflusst. Andere Weisheiten wurden jedoch auch bewusst missachtet. Der Ausdruck „Nicht alle Eier in einen Korb legen“ veranlasste Dr. Komossa genau zum Gegenteil. Unter dem Motto „Ohne Risiko keine Chance“, legte er im Hinblick auf seine Gesellschaftertätigkeit alle „Eier in einen Korb“ und hatte damit Erfolg. Die wohl prägnanteste Aussage folgte jedoch zum Abschluss des Vortrags, mit der Dr. Komossa empfahl: „Treffen Sie immer ihre eigene Wahl!“.

Florian Klein
Florian Klein

Den Abschluss des 14. Alumni-Treffens bildete der Vortrag von IfG-Mitarbeiter Florian Klein, der sich in seinem Forschungsprojekt mit dem Leitbild der Nachhaltigkeit und dessen Bedeutung für Genossenschaftsbanken auseinandersetzt. Herr Klein stellte die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung der Volksbanken und Raiffeisenbanken vor. Hiernach gewinnt Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung. Aus den Befragungsergebnissen konnte zudem abgeleitet werden, dass die Genossenschaftsbanken bereits umfassende Nachhaltigkeitsleistungen erbringen, was in Verbindung mit ihrer MemberValue-Orientierung steht. In der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit werden beispielsweise überdurchschnittlich hohe Nachhaltigkeitsleistungen erbracht: Hier spiegelt sich die Langfristorientierung, die transparente Geschäftspolitik und die hohe Mitglieder- und Kundenorientierung wider.

Im Anschluss an die beiden Präsentationen des zweiten Veranstaltungstages wurde die Diskussion über deren Inhalte und andere Themen von den IfG-Alumni angeregt fortgesetzt. Das 15. Jubiläum des Alumni-Treffens wird am 24. und 25. März 2017 stattfinden.

Gruppenfoto
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