Forschungscluster II: Unternehmenskooperationen

Stabilität von Unternehmenskooperationen


Ein optimaler Mix der Gegensätze Flexibilität und Stabilisierung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg von Unternehmenskooperationen. Einerseits erzeugt Anpassungsdruck eine hohe Flexibilisierung von Kooperationsstrukturen, andererseits entsteht dadurch eine Instabilisierung, um der Forderung nach Flexibilität nachkommen zu können. Dieses Forschungsprojekt untersucht diesen inhärenten trade-off zwischen Flexibilität und Stabilität.

Insbesondere in vertikalen Kooperationsbeziehungen zwischen Automobilherstellern und Zulieferbetrieben haben zahlreiche aktuelle Entwicklungen großen Einfluss auf diesen trade-off zwischen Flexibilität und Stabilisierung und stellen die aktive Positionierung zwischen diesen Größen als ein komplexes, schwer lösbares Problem dar:

  • Steigender Kapitalbedarf mit spezifischen Investitionen fördert langfristige, stabile Kooperationen, birgt aber andererseits Ausbeutungsrisiken.
  • Sich rasch ändernde Umweltbedingungen erfordern flexiblere Produktionsformen – dadurch bedingte Verhaltensunsicherheiten der Akteure wirken destabilisierend.
  • Automobilhersteller beschränken sich auf Kernkompetenzen, ihre Hauptaufgabe besteht in der Organisation und Koordination einer flexiblen Produktion.
  • Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Diskussion um die Entwicklung ökologisch effizienter Fahrzeuge (insb. Elektroautos) wird vermehrt Know-how aus unterschiedlichen Bereichen benötigt, die außerhalb der Unternehmensgrenzen liegen.

Es entsteht eine Situation, in der die Zuliefererseite eine Abhängigkeit erfährt, während der Automobilhersteller Flexibilität anstrebt. Für die Zulieferbetriebe ergibt sich ein erhöhtes Ausbeutungsrisiko; sie sind dem Machtmissbrauch der Hersteller ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist Ziel des Dissertationsvorhabens, Einflussfaktoren auf Stabilität und deren dynamische Entwicklung im Zeitverlauf der Kooperation zu untersuchen. Die konkreten Forschungsfragen sind:

  1. Welche Faktoren beeinflussen die Stabilität von Kooperationen?
  2. Wie ändern sich diese Faktoren im Verlauf einer Kooperation?
  3. Wie kann eine Kooperation im trade-off zwischen Flexibilität und Stabilität – abhängig von der Kooperationsphase – positioniert werden?
  4. Welche Implikationen ergeben sich für das Management von Stabilität?

Kersten Lange (Fertigstellung 2012)


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