IfG-Workshop " Die Genossenschaftsidee heute"


Zu Gast bei der IGA Optic eG und VUZ eG in Datteln

am 10.April 2002

Die TeilnehmerAm 10. April 2002 folgte das IfG mit einigen Wahlfachstudierenden einer Einladung der IGA Optic eG und der VUZ Vereinigung Umfassende Zahntechnik eG nach Datteln. Dies war der erste außerhäusige Workshop. Die beiden Genossenschaften nutzen gemeinsam ein Gebäude als Servicecenter für ihre Mitglieder. Ziel des Workshops war das gegenseitige Kennenlernen und Ausloten einer zukünftigen Kooperation von Wissenschaft und Praxis.

Nach einigen einleitenden Worten durch Herrn Kleinewiese, den Hausherrn und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IGA Optic eG, dankte Prof. Theurl für die freundliche Einladung und präsentierte die Forschungsaktivitäten des IfG. Dabei legte sie den Schwerpunkt auf die Aktivitäten im Bereich der genossenschaftlichen Praxisarbeit und leitete über zum großen Forschungsschwerpunkt "Die Genossenschaftsidee heute". Prof. Theurl bezeichnete beide Genossenschaften als ihrer Idee nach neu und tätig in zukunftsträchtigen Bereichen. Sie ordnete die IGA Optic eG und die VUZ eG den neuen Genossenschaften zu, und sprach für beide Seiten von einem großen Synergiepotential der Zusammenarbeit.

Herr KleinewieseDie anschließende Präsentation von Herrn Kleinewiese gewährte den Gästen einige spannende Einblicke in die Augenoptikerbranche. Die IGA Optic eG ist eine Einkaufs- und Marketing-Genossenschaft mit einer internen Werbeagentur, die sich darauf spezialisiert hat, individuelle Marketingkampagnen für ihre Mitglieder zu entwickeln. Durch Eigenprodukte und eine gewisse Exklusivität beabsichtigt man, sich am Markt nicht vergleichbar zu machen und so einem Preiskampf der Konkurrenz, den Großfilialisten, zu unterliegen. Die Zentrale in Datteln versteht sich als Dienstleister für ihre Mitglieder und hält Serviceleistungen bereit, die nicht nur die Werbung und das Marketing betreffen, sondern u.a. auch Verwaltungsangelegenheiten.

Herr FiekeNach einer kurzen Kaffeepause berichtete dann Herr Fieke, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der VUZ eG, von den Besonderheiten der Zahntechnikerbranche. Prägend für ein Zahntechniklabor ist, dass zum einen ein starker Einfluss des Staates zu verspüren ist und zum anderen dass die Kundenstruktur nur Zahnärzte umfasst. Die Produkte des Zahntechnikers sind individuell und können nur auftragsbezogen gefertigt werden. Das Unternehmen mit dem es umgebenden Konstrukt von Ausbildungsakademie, Verein, Beratungsgesellschaft, Service Zentrum etc. wurde von Herrn Köhler präsentiert. Die Ausbildungsakademie AUZ ist ein wichtiges Standbein, da die Weiterbildung im Bereich Zahntechnik eine ganz entscheidende Rolle spielt.

Die Kooperation von IGA Optic eG und VUZ eG war daran anschließend das Thema. Es erscheint auf der einen Seite ungewöhnlich, dass sich zwei Unternehmen verschiedener Branchen ein gemeinsames Servicecenter einrichten, auf der anderen Seite ist es jedoch naheliegend, wie Herr Kleinewiese und Herr Fieke immer wieder einstimmig versicherten. Als die VUZ eG im Herbst 1998 gegründet wurde stand ihr die IGA Optic eG schon in der Geburtsstunde mit Rat und Tat zur Seite und gab wertvolle Hinweise die Rechtsform betreffend. Es ist nicht nur eine ökonomisch rationale Entscheidung Kosten, insbesondere Investitionskosten, zu teilen Sitzungsräume besser auszulasten und Unternehmertage gemeinsam durchzuführen, sondern auch eine Frage auf persönlicher Ebene: Herr Fieke und Herr Kleinewiese haben, einige Jahre zurückliegend, gemeinsam an der Universität Münster studiert und ihre Diplomarbeiten am Institut für Genossenschaftswesen geschrieben.

Die abschließende Diskussion verlief sehr rege. Es hatten sich viele Fragen, die Organisation der Genossenschaften, die Kooperation untereinander, Zukunftsvisionen etc. betreffend angesammelt, die von den Praktikern auskunftsfreudig beantwortet wurden. Das Interesse mehr zu erfahren war sehr hoch. Einige Fragen blieben aufgrund der Zeitrestriktion - die allerdings schon um 90 Minuten überzogen wurde - leider offen. Doch, wie man vereinbarte, werden sich diese mit Sicherheit bei einem der nächsten Zusammentreffen von IGA Optic eG, VUZ eG und IfG beantworten lassen. Von allen Beteiligten wurde dieser Workshop als sehr erfolgreich und aufschlussreich bezeichnet.

Vor der Rückfahrt nach Münster folgte man gerne der Einladung zu einem gemeinsamen Essen, bei dem dann die begonnene Diskussion noch ein wenig vertieft werden konnte.

Andrea Schweinsberg









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