12. IfG-Alumni Treffen in Münster am 28./29. März 2014


Datum: 28./29. März 2014
Ort: Hörsaal CAWM 1, Am Stadtgraben 9,
Centrum für Angewandte Wirtschaftsforschung

Prof. Dr. Theresia Theurl
Prof. Dr. Theresia Theurl

Frau Prof. Dr. Theurl konnte über 70 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter des Instituts für Genossenschaftswesen sowie Absolventen des Fachs Unternehmenskooperation zum 12. Alumni-Netzwerk-Treffens am 28. und 29. März 2014 begrüßen. Die teilnehmenden IfG-Alumni erlebten zwei abwechslungsreiche Tage. Neben den interessanten Vorträgen von Herrn Prof. Dr. Wiemeyer, Herrn Dr. Greve sowie Herrn Schätzle stand der informelle Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen der IfG-Alumni im Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

Traditionsgemäß eröffnete Frau Prof. Dr. Theurl die diesjährige IfG-Alumni-Veranstaltung mit einer Begrüßung der Teilnehmer, die sich im Anschluss kurz vorstellten. Im darauffolgenden Vortrag der Gastgeberin zeigte sich diese sehr erfreut über die erfolgreich absolvierten Promotionsprojekte. Zudem konnte Frau Prof. Theurl den teilnehmenden Alumni weitere vielversprechende Forschungsvorhaben ankündigen und vorstellen.

Prof. Dr. Joachim Wiemeyer
Prof. Dr. Joachim Wiemeyer

Im ersten Vortrag des Alumni-Treffens sprach Prof. Dr. Wiemeyer über Wirtschaftsethik und stellte die Frage: „Können Unternehmen ethisch sein?“. Als Reaktion auf die Forderungen der Gesellschafft nach mehr Ethik in der Wirtschaft und den möglichen Konsequenzen, die durch unethisches Verhalten resultieren, stellen immer mehr Unternehmen interne Verhaltensregeln auf. Diese Corporate Compliance dient dazu, Regeln und Verhaltensweisen vorzugeben und somit ein moralisch vertretbares Handeln des Unternehmens, aber auch der einzelnen Personen, sicherzustellen. In diesem Zusammenhang wurde auf die unterschiedlichen Vorstellungen von Ethik eingegangen, die sich z. B. nach Person oder Region unterscheiden. Zur Überprüfung des eigenen Handelns auf ethische Vertretbarkeit stellte Prof. Dr. Wiemeyer drei grundsätzliche Fragen: 1. Darf mein Handeln öffentlich werden? 2. Was sind die gesellschaftlichen Folgen, wenn sich alle anderen so verhalten wie ich? 3. Ist die Handlung nachhaltig? Ebenso wurde eine mögliche Abhängigkeit der Einhaltung von ethischen Vorstellungen von der Unternehmensform besprochen und dabei auch auf die besondere Governance von Genossenschaft eingegangen. Als Professor für katholische Theologie konnte Prof. Dr. Wiemeyer aber auch auf die christlichen Ethikvorstellungen Bezug nehmen und diese auf ihre Übertragbarkeit auf die Wirtschaft prüfen. Zum Abschluss des Vortrags wurde zudem auf die gesellschaftliche Anerkennung, die durch ethisches Handeln resultiert, verwiesen und auch das Eigeninteresse der Unternehmen diskutiert. Diese können sich nicht nur mögliche Kosten ersparen, sondern auch ihre Reputation verbessern. Als Folge sollte Ethik in das Kerngeschäft eines Unternehmens Einzug halten und nicht versucht werden, Werte auf andere Weise, z. B. durch Sponsoring, in das Unternehmen zu integrieren.

Im Anschluss an diesen Vortrag ging es zum gemeinsamen Abendessen ins Restaurant „Silberner Löffel“. In einer entspannten Atmosphäre nutzten die IfG-Alumni die Gelegenheit zu einem informellen Erfahrungsaustausch. Am nächsten Morgen fanden sich wieder alle, trotz teilweise lang anhaltender Diskussionen bis in die Morgenstunden hinein interessiert und fit zum gemeinsamen Frühstück im Institut ein.

Dr. Rolf Greve
Dr. Rolf Greve

Der Vortrag mit dem Titel „Perspektiven von Wissenschaft und Forschung“, von Herrn Dr. Greve, Mitglied des Leitungsteams des Hochschulamts der Behörde für Wissenschaft und Forschung Hamburg, eröffnete die Vortragsreihe des zweiten Veranstaltungstages. Nach einer kurzen Vorstellung des Wissenschaftsstandorts Hamburg, wurde ein internationaler Überblick über die Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung gegeben. Anschließend wurde dargestellt, dass es aufgrund der föderalen Strukturen in Deutschland nur wenig Freiräume für die Verwendung des Budget im Bereich der Forschungspolitik für die einzelnen Bundesländer gibt, da eine hohe Abhängigkeit von den Entscheidungen des Bundes vorliegt. Als Herausforderungen wurden bestimmte Rahmenbedingungen in Deutschland, wie das Kooperationsverbot von Hochschulen und die zukünftig auslaufenden Bildungspakte, herausgestellt. Ebenso ging Herr Dr. Greve auf das Spannungsverhältnis zwischen Bund und Ländern ein, das aus unterschiedlichen Vorstellungen von Förderpolitik resultiert. Im Gegensatz zu den Ländern, die die zur Verfügung stehenden Mittel ungebunden einsetzen wollen, bevorzugt der Bund die Möglichkeit einer Förderung durch zweckgebundene, strukturierte Programme. Zudem hat die Bedeutung von Drittmitteln zur Finanzierung von Hochschulen, z. B. durch die Wirtschaft, in den letzten Jahren stark zugenommen. Dies hat zur Folge, dass ein Wettbewerb um diese Finanzierungsmittel unter den Hochschulen entsteht. Die Auswirkungen dieser Entwicklung können beispielsweise darin bestehen, dass Hochschulen sich auf das Einwerben von Drittmitteln fokussieren und dadurch eine grundlegende Basisausstattung vernachlässigen. Als weitere Möglichkeit die Wissenschaft an einem Standort zu stärken und die Finanzierung der Forschung zu verbessern, sieht Dr. Greve Kooperationen zwischen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen. Um das Ziel zu erreichen, den Wissenschaftsstandort Hamburg zu stärken, ist auch hier eine solche Kooperation geplant, so die Ausführungen des Referenten.

Dominik Schätzle
Dominik Schätzle

Zum Abschluss des diesjährigen Alumni-Treffens stellte Dominik Schätzle die Ergebnisse seines Promotionsprojektes vor. Im Rahmen seiner Dissertation, die sich mit dem aktuellen Thema der Bankenregulierung und die Auswirkungen auf die Genossenschaftsbanken beschäftigt, zeigte der Vortragende die erheblichen Herausforderungen des regulatorischen Rahmenwerks Basel III für die genossenschaftlichen Primärbanken auf. Im Mittelpunkt seiner Analyse stand neben der Betrachtung des Status Quo der kurzfristigen und strukturellen Liquiditätskennziffer zugleich eine Analyse der Ist-Situation der harten Kernkapitalquote. Aufbauend auf einer Identifikation der maßgeblichen Bestimmungsfaktoren der beiden Liquiditätskennzahlen wurden Maßnahmen sowie ihre Ertragsauswirkungen auf die Genossenschaftsbanken dargelegt. Im Rahmen der Betrachtung der harten Kernkapitalquote zeigte Herr Schätzle auf, dass die Genossenschaftsbanken im Durchschnitt bereits die Kernkapitalquote einhalten können. Allerdings wurden rund 250 Primärinstitute identifiziert, die die regulatorische Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung nicht erreichen können. Darauf aufbauend wurden vier Dimensionen aufgezeigt, die bei der Ausgestaltung von Maßnahmen zur Einhaltung der harten Kernkapitalquote durch die Primärbanken zwingend zu berücksichtigen sind. Neben der Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Zeitraums bis zur finalen Einhaltung der harten Kernkapitalquote sind zudem mögliche Wechselwirkungen zu den Liquiditätsvorschriften und vor allem die Ertrags- und Aufwandswirkungen zu beachten. Dabei betonte Herr Schätzle die Notwendigkeit einer kostenminimalen Umsetzung der neuen Regulierungsvorschriften. Schließlich müssen die Maßnahmen zur Einhaltung der harten Kernkapitalquote bzw. zur Entgegnung der Auswirkungen der Regulierungsvorschriften stets an die institutsspezifische MemberValue-Strategie angepasst werden, so Schätzle. Im Anschluss an die Veranstaltung diskutierten die IfG-Alumni weiter über Inhaltliches und andre Themen. Auch wurden bereits Pläne für die Teilnahme am nächsten Alumni-Treffen, welches am 20. und 21. März 2015 stattfindet, geschmiedet.

Gruppenfoto
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