| Traditionelle Pfingst-Exkursion des Instituts für Genossenschaftswesen
mit Professoren, Mitarbeitern und Studierenden
- 21.-25. Mai 2002 nach Wien
IfG on tour
In der diesjährigen Pfingstexkursion des Instituts für Genossenschaftswesens vom 21. Bis 25. Mai führte Frau Prof. Theurl ihr Mitarbeiterteam und interessierte Studierende nach Wien. Garant für eine informative und erlebnisreiche Woche war die gelungene Mischung aus interessanten Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm.
Für die Strapazen der 13-stündigen Busfahrt wurden die Reisenden schon am ersten Abend bei einem Gang zum Heurigen entschädigt, bei dem sich die 24 Teilnehmer einen ersten Eindruck vom vorsommerlichen Wien machen konnten.
Am Mittwoch morgen stand der Besuch des Bundesministeriums für Finanzen auf dem Programm. Staatssekretär Dr. Alfred Finz gab einen Einblick in das österreichische Finanzsystem und stellte die Parallelen und Unterschiede zum deutschen System heraus. Beispielsweise besitzt das österreichische Finanzministerium keine Weisungsbefugnis gegenüber der Finanzmarktaufsicht. Nach einem reichhaltigen Mittagessen, zu dem der Bundesminister für Finanzen geladen hatte, ging es in die Raiffeisen Zentralbank AG (RZB), wo Generaldirektor Mag. Dr. Walter Rothensteiner - ein uns bestens aus dem IfG-Oberseminar bekannter Referent - die Münsteraner Delegation begrüßte. In den anschließenden Beiträgen wurde die RZB vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass Unterschiede zwischen dem österreichischen und dem deutschen System bestehen, die vor allem die Arbeitsteilung im Verbund sowie die Fusionsaktivitäten der Primärbanken betreffen. Im weiteren wurde die Rolle der RZB auf internationaler, insbesondere osteuropäischer Ebene hervorgehoben. Dort ist die RZB Marktführer, wobei sie ihre Gewinne hauptsächlich im Risikogeschäft generiert, weshalb auch in Zukunft vom Aufbau von Primärbanken in Osteuropa abgesehen wird. Diese Position als Marktführer wirkt sich entsprechend auf die Ertragsstruktur der Raiffeisen Bankengruppe aus: Während zwei Drittel der Gewinne aus dem internationalen Geschäft stammen, wird lediglich ein Drittel der Erträge in Österreich erwirtschaftet. Der gesellige Teil des Tages wurde durch die Einladung der RZB zum Heurigenabend beim Schübel-Auer in Grinzing eingeleitet und im nächtlichen Wien abgerundet.
Am nächsten Tag empfing der Präsident des Nationalrates, Prof. Dr. Heinz Fischer, die Münsteraner im österreichischen Parlament und diskutierte aktuelle Fragen der Innen- und Wirtschaftspolitik mit ihnen. Neben einer Führung durch die traditionsreichen Räumlichkeiten konnte auch eine Plenarsitzung beobachtet werden. Frau Mag. Maria Janota informierte kompetent über österreichische Geschichte und über den Alltag der Arbeit im Parlament.
Im Anschluss war das Institut Gast des österreichischen Genossenschaftsverbandes. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vorstandes, Verbandsanwalt KR Prof. Dr. Hans Hofinger wurde der österreichische Volksbankenverbund und seine Kooperationspartner in mehreren Kurzvorträgen vorgestellt. Hierbei wurden Überlegungen hinsichtlich des Genossenschaftsrechts, das - ebenso wie in Deutschland - einer Reform entgegensieht, angestellt. In der anschließenden Diskussion standen insbesondere eine erweiterte Satzungsautonomie, die "formelle" Verbunddefinition und Möglichkeiten der Substanzbeteiligung von Genossenschaftsmitgliedern im Mittelpunkt. Im Rahmen des geselligen Abends konnte von der Dachterrasse, der Tag bei wunderbarem Ausblick auf das sonnige Wien und später auf das beleuchtete Rathaus gemütlich ausklingen.
Am letzten Tag besuchten die Münsteraner die Oesterreichische Nationalbank. Nach der Begrüßung fand eine angeregte Diskussionsrunde mit Experten der Bankenanalyse statt. Die Einbettung der Raiffeisen- und Volksbanken in das österreichische Bankensystem und ihre Besonderheiten wurden herausgearbeitet. Nach dem Mittagsbuffet in der OENB und weiteren Besichtigungsaktivitäten wurde die Heimreise nach Münster mit der Überzeugung angetreten, dass Wien immer wieder eine Reise wert ist und dass diese Exkursion einen Höhepunkt der IfG-Exkursionsgeschichte darstellte.
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